
Die praktische AEVO-Prüfung ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum qualifizierten Ausbilder. Sie ist nicht nur eine Demonstration deiner fachlichen Kenntnisse, sondern auch ein Test deiner pädagogischen Fähigkeiten. In diesem umfassenden Leitfaden erfährst du alles Wichtige über die Struktur der Prüfung, Tipps zur Vorbereitung und Durchführung, sowie häufige Fehler und wie du sie vermeidest.
Die praktische AEVO-Prüfung gliedert sich in zwei Teile: die Präsentation einer Ausbildungssituation und ein anschließendes Fachgespräch. Jeder Teil dauert etwa 15 Minuten und trägt gleichermaßen zur Gesamtnote bei. Die Wahl des Präsentationsthemas sollte sorgfältig erfolgen und sich an den Anforderungen und Inhalten deines Ausbildungsberufes orientieren. Die Pärsentation kann eine tatsächlich Präsentation mittels PowerPoint o. ä. oder aber auch die Durchführung einer Unterweisung sein.
Wir sehen uns beide Situationen an.
Eine gründliche Vorbereitung ist der Schlüssel zum Erfolg. Beginne damit, ein Konzept für deine Präsentation zu erstellen, das alle wesentlichen Punkte abdeckt – vom Ausbilder und Ausbildungsort über Lernziele und -methoden bis hin zu den eingesetzten Mitteln und dem Umgang mit den Auszubildenden. Dieses Konzept dient als Grundlage für deine Präsentation und sollte klar, strukturiert und nachvollziehbar sein.
Deine Präsentation sollte eine lebendige und engagierte Darstellung einer Ausbildungssituation sein. Vermeide es, lediglich theoretische Inhalte monoton vorzutragen. Stattdessen solltest du die Präsentation interaktiv gestalten, um das Interesse der Prüfungskommission zu wecken. Nutze Medien wie PowerPoint sinnvoll, achte aber darauf, dass sie deine Präsentation unterstützen und nicht dominieren.
Bei der Auswahl deines Themas solltest du dich an der Ausbildungsordnung deines Ausbildungsberufes orientieren. Wähle ein Thema, das dich persönlich anspricht und in dem du dich sicher fühlst. Themen aus dem ersten Ausbildungsjahr sind oft besonders geeignet, da sie eine Grundlage für weiterführende Inhalte bieten.
Die Unterweisung ist ein zentraler Bestandteil der praktischen AEVO-Prüfung und stellt eine interaktive Alternative zur Präsentation dar. Hierbei simulierst du eine Ausbildungssituation, in der du direkt mit einem Auszubildenden interagierst. Diese Rolle kann von einem Mitglied des Prüfungsausschusses, einem anderen Prüfling oder einer externen Person übernommen werden. Im Fokus steht deine Fähigkeit, Lerninhalte verständlich, praxisnah und engagiert zu vermitteln.
In der Unterweisung kommen vor allem zwei Lehrmethoden zum Einsatz:
Hierbei handelt es sich um einen dialogorientierten Ansatz, bei dem du als Ausbilder durch gezielte Fragen und Anleitungen den Auszubildenden zur Lösungsfindung führst. Diese Methode fördert das Verständnis und die aktive Beteiligung des Auszubildenden und ist besonders effektiv, um theoretisches Wissen zu vermitteln und kritische Denkprozesse anzuregen.
Diese Methode ist besonders praxisorientiert und eignet sich hervorragend für die Vermittlung von praktischen Fertigkeiten. Sie umfasst die Schritte:
Im Anschluss an deine Präsentation folgt das Fachgespräch, in dem du die Möglichkeit hast, die von dir gewählte Ausbildungssituation und dein Vorgehen zu erläutern. Hier wird erwartet, dass du nicht nur Fachwissen demonstrierst, sondern auch pädagogisches Verständnis und Einfühlungsvermögen.
Die praktische AEVO-Prüfung ist deine Gelegenheit, zu zeigen, dass du nicht nur fachlich kompetent, sondern auch in der Lage bist, Auszubildende effektiv und pädagogisch wertvoll anzuleiten. Mit einer guten Vorbereitung, einer durchdachten Präsentation bzw. Unterweisung und einem souveränen Auftreten im Fachgespräch legst du einen wichtigen Grundstein für deine zukünftige Rolle als Ausbilder.