Die Prüfung für den Ada-Schein bei der IHK ist eine entscheidende Hürde auf deinem Weg zum anerkannten Ausbilder. Das Gute: Sie ist fair strukturiert und planbar. Du benötigst keine Überraschungen zu fürchten – die IHK macht ihre Anforderungen deutlich. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie die Prüfung wirklich abläuft, worauf die Prüfer achten und wie du dich richtig vorbereitest.

Wie ist die IHK-Prüfung für den Ada-Schein aufgebaut?

Die Prüfung besteht aus zwei Teilen: einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Nur wenn du beide Teile bestehst, erhältst du den Ada-Schein. Die beiden Teile haben unterschiedliche Aufgaben und Formate, aber das Gleiche Gewicht bei der Bewertung. Das bedeutet, dass eine schwache schriftliche Prüfung nicht durch eine starke praktische Prüfung kompensiert werden kann – und umgekehrt.

Die gesamte Prüfung dauert insgesamt etwa zwei bis drei Monate, wenn man Schrift- und Praktisches zusammennimmt. Der genaue Zeitrahmen hängt von der jeweiligen IHK ab und davon, wie schnell die Termine vergeben werden.

Die schriftliche Prüfung: Aufbau und Inhalt

Die schriftliche Prüfung dauert 180 Minuten und wird an einem einzigen Prüfungstag durchgeführt. Du sitzt dabei in einem Prüfungssaal mit anderen Kandidaten, bekommst Aufgaben und musst diese unter Beaufsichtigung lösen.

Der Aufbau der schriftlichen Prüfung ist immer gleich: Du erhältst Fallstudien und Situationsbeschreibungen aus der Ausbildungspraxis. Dann musst du zeigen, dass du diese Szenarien mit deinem Wissen analysieren und bewerten kannst. Es geht nicht darum, lange Texte auswendig zu lernen. Vielmehr sollen du dein konzeptionelles Verständnis von Ausbildung nachweisen.

Die Inhalte orientieren sich an den vier Handlungsbereichen der AEVO. Das bedeutet, du musst Fragen beantworten zu Ausbildungsplanung, zum Umgang mit Auszubildenden, zur Vermittlung von Fertigkeiten und Kenntnissen und zu Maßnahmen der Erfolgskontrolle. In der Praxis bedeutet das: Du bekommst einen Ausbildungsbetrieb beschrieben, ein Problem wird geschildert, und du musst erklären, wie du damit umgehen würdest.

Du darfst ein einfaches Tafelwerk oder Nachschlagewerk mitnehmen – es darf aber nicht annotiert sein. Taschenrechner sind nicht nötig, denn es geht nicht um komplizierte Rechnungen. Konzentration und klares Denken sind wichtiger.

Die praktische Prüfung: Unterweisungsprobe und Fachgespräch

Die praktische Prüfung besteht aus zwei Komponenten: einer Unterweisungsprobe und einem anschließenden Fachgespräch. Diese werden an einem separaten Termin durchgeführt und dauern zusammen etwa 60 Minuten.

Bei der Unterweisungsprobe musst du eine echte Schulungssituation vorführen. Du wählst dir einen konkreten Lerninhalt aus deinem Beruf, strukturierst eine kurze Unterweisung (meist zwischen 10 und 15 Minuten) und führst sie durch. Die Prüfer schauen zu und bewerten, ob du die Teilnehmer aktivierst, ob deine Planung logisch ist, und ob du didaktisch sinnvolle Methoden nutzt.

Das Wichtigste hier: Es geht nicht um eine perfekte Darbietung. Die Prüfer wissen, dass du nervös bist. Sie achten darauf, ob du mit einer unerwarteten Frage umgehen kannst, ob du deinen Plan ändert, wenn etwas nicht funktioniert, und ob du wirklich verstehst, was du lehrst. Eine kleine Unsicherheit ist normal und nicht schlecht – Menschlichkeit ist erwünscht.

Nach der Unterweisungsprobe gibt es ein Fachgespräch von etwa 30 Minuten. Hier sprechen die Prüfer mit dir über deine Unterweisungsprobe, vertiefen Punkte und stellen dir Fragen, die sich aus der AEVO ergeben. Das Fachgespräch ist weniger entspannt als ein Freizeitgespräch, aber es ist auch keine Verhörsituation. Die Prüfer möchten sehen, dass du reflektierst, dass du Feedback annehmen kannst und dass du dein Wissen flexibel einsetzt.

Anmeldung bei der IHK: Schritte und Fristen

Die Anmeldung verläuft in der Regel in drei Schritten. Zuerst informierst du dich auf der Website deiner zuständigen IHK über die nächsten Prüfungstermine und Anmeldungsfristen. Diese variieren regional und sind nicht bundesweit einheitlich. Viele IHKs bieten zwei bis vier Prüfungstermine pro Jahr an.

Dann füllst du ein Anmeldeformular aus, das du von der IHK erhältst. Dieses Formular fragst nach deinen persönlichen Daten, deiner Berufserfahrung und deinen Kontaktinformationen. Achte darauf, dass du alle Felder korrekt ausfüllst – falsche Daten können zu Verzögerungen führen.

Nach dem Ausfüllen schickst du das Formular zusammen mit erforderlichen Unterlagen per Post oder teilweise auch per Mail an die IHK. Die erforderlichen Unterlagen sind üblicherweise ein Ausweis oder Pass, der Nachweis deiner fachlichen und persönlichen Eignung (zum Beispiel über ein Abschlusszeugnis oder eine Berufsurkunde) und gegebenenfalls ein Nachweis über bereits absolvierte Ausbildung.

Die Anmeldefrist liegt meistens zwischen 4 und 8 Wochen vor dem Prüfungstermin. Überschreitest du diese Frist, musst du bis zum nächsten Termin warten – es gibt da keine Ausnahmen. Markiere dir die Frist im Kalender und plane deine Anmeldung großzügig ein.

Was musst du an Unterlagen für die Anmeldung mitbringen?

Die genaue Liste variiert zwischen den IHKs, aber es gibt eine Standardausstattung. Du brauchst immer einen gültigen Personalausweis oder Reisepass. Ohne Identitätsnachweis geht nichts, auch das ist kein Kulanzpunkt.

Dann benötigst du einen Nachweis deiner Ausbildungsberechtigung. Das ist typischerweise ein Facharbeiterbrief, ein Gesellenbrief oder ein berufsqualifizierendes Diplom oder Abschlusszeugnis. Es muss belegen, dass du in einem anerkannten Ausbildungsberuf ausgebildet worden bist oder dass du über äquivalente Qualifikationen verfügst. Du solltest das Original mitnehmen oder beglaubigte Kopien einreichen.

Bei einigen IHKs musst du auch nachweisen, dass du bei einem Arbeitgeber tätig bist oder tätig warst. Das erleichtert den IHK-Prüfern die Bewertung. Ein einfaches Schreiben deines Arbeitgebers kann ausreichen. Manche IHKs fragen auch, ob du bereits an einem Ada-Vorbereitungskurs teilgenommen hast – das ist aber keine Bedingung, nur eine Information.

Tipps für den Prüfungstag: Schriftliche Prüfung

Am Tag der schriftlichen Prüfung solltest du gut ausgeruht ankommen. Das klingt trivial, aber Schlaf ist wichtiger als eine letzte Lernstunde am Vorabend. Vertrau auf das, was du bereits weißt.

Komme deutlich zu früh an – mindestens 30 Minuten vorher. Das gibt dir Zeit, deinen Platz zu finden, dich zu orientieren und deine Nerven zu beruhigen. Die Prüfer sind nicht angespannt, wenn jemand rechtzeitig sitzt. Wenn du in letzter Sekunde hereinplatzt, strahlst du Stressenergie aus, die dir selbst schadet.

Während der Prüfung gilt: Lies jede Aufgabe gründlich durch, bevor du antwortest. Viele Fehler entstehen aus Missverständnissen, nicht aus mangelndem Wissen. Notiere dir Stichpunkte auf deinem Schmierpapier, bevor du ausformulierst. Das gibt dir Struktur und senkt die Wahrscheinlichkeit, dass du in Sätzen die Richtung verlierst.

Nutze die gesamte Zeit. Wenn du nach 120 Minuten fertig bist, blätter nicht sofort ab, sondern nutze die verbleibenden 60 Minuten zum Überprüfen deiner Antworten. Viele Fehler sieht man selbst, wenn man eine halbe Stunde später noch einmal liest.

Tipps für den Prüfungstag: Praktische Prüfung

Bei der Unterweisungsprobe wähle ein Thema, das du sicher beherrschst. Das ist kein akademischer Test – es geht um Praxis. Wenn du in deinem Beruf fünf Jahre praktiziert hast, dann gibt es mindestens zehn Themen, die du mit den Augen zu unterrichten kannst. Nimm eines davon. Überrasche die Prüfer nicht mit einem Thema, bei dem du selbst unsicher bist.

Strukturiere deine Unterweisung nach einem klaren Plan: Einstieg, Hauptteil, Übung, Sicherung. Die Prüfer möchten sehen, dass du weißt, wie Menschen lernen. Das bedeutet konkret: Du erklärst nicht 15 Minuten lang, sondern du wechselst zwischen Erklärung, Fragen und Ausprobieren. Das hält die Aufmerksamkeit oben und zeigt didaktisches Verständnis.

Bring einfache Materialien mit, wenn es passt. Wenn du ein Handwerk lehrst, könnten das Werkzeuge sein. Wenn es um organisatorisches Wissen geht, könnten es einfache Flipchart-Notizen sein. Diese Materialien müssen nicht perfekt sein – sie müssen nur zeigen, dass du dich auf die Situation vorbereitet hast.

Im Fachgespräch antworte konkret auf die Fragen. Wenn ein Prüfer dich fragt: "Warum haben Sie diese Methode gewählt?", dann antworte nicht mit einer allgemeinen Erklärung. Beziehe dich konkret auf das, was die Prüfer gerade gesehen haben. Das zeigt, dass du reflektierst und nicht nur Auswendiggelerntes wiedergibst.

Was passiert, wenn du nicht bestehst?

Zuerst die beruhigende Nachricht: Eine Wiederholung ist immer möglich. Es gibt keine "Vorbei"-Regel wie in manchen anderen Zertifizierungen. Du kannst die Prüfung wiederholen, wann immer du bereit bist.

Wenn du die schriftliche Prüfung nicht bestanden hast, kannst du zur nächsten schriftlichen Prüfung antreten. Du musst dich neu anmelden und die Anmeldegebühr zahlen. Der Nachteil: Du verlierst Zeit und investierst erneut Geld. Der Vorteil: Du weißt jetzt, wo deine Schwächen liegen, und kannst gezielt daran arbeiten.

Wenn du die praktische Prüfung nicht bestanden hast, gilt das Gleiche. Die Unterweisungsprobe kannst du wiederholen – und die Prüfer werden dir konkret mitteilen, was nicht gut genug war. Das ist wertvoll. Nutze das Feedback.

Es gibt auch die Option, nur einen Teil zu wiederholen. Wenn du die schriftliche Prüfung bestanden hast, aber die praktische nicht, musst du nur die praktische Prüfung noch einmal absolvieren. Das spart Zeit und Geld.

Häufige Fragen zu Prüfung Ada-Schein IHK

Kann ich die Prüfung ohne einen Vorbereitungskurs bestehen?

Ja, absolut. Viele Menschen bestehen die Ada-Prüfung ohne Kurs, nur durch Selbststudium und berufliche Erfahrung. Allerdings ist ein Kurs hilfreich, wenn du noch nie etwas Ähnliches gemacht hast oder wenn du dir selbst nicht zutraust, den Stoff zu strukturieren. Ein guter Kurs spart dir Zeit und gibt dir Sicherheit.

Wie oft kann ich die Prüfung wiederholen?

Es gibt keine Obergrenze. Du kannst die Prüfung beliebig oft wiederholen. In der Praxis schaffen es fast alle Kandidaten beim zweiten Versuch, wenn sie ernsthaft dazwischen lernen.

Sind die Prüfungen bundesweit gleich?

Nein, die Inhalte folgen alle der AEVO-Verordnung, aber die konkrete Ausgestaltung und der genaue Zuschnitt der Aufgaben unterscheiden sich zwischen den IHKs leicht. Das ist aber kein großer Unterschied – die Anforderungen sind überall vergleichbar.

Muss ich die schriftliche Prüfung vor der praktischen ablegen?

Nein, die Reihenfolge ist nicht vorgegeben. Manche IHKs machen die praktische erst nach der schriftlichen, andere bieten beide flexibler an. Es spielt für die Leistung keine Rolle, in welcher Reihenfolge du prüfst.

Was passiert, wenn ich am Prüfungstag krank werde?

Kontaktiere die IHK sofort und reiche eine ärztliche Bescheinigung ein. Dann kann dir ein neuer Termin gewährt werden, ohne dass du die Gebühr erneut zahlen musst. Aber sei schnell – die IHK braucht die Bescheinigung zeitnah.

Fazit

Die IHK-Prüfung zum Ada-Schein ist fair und strukturiert. Es gibt keine versteckten Überraschungen – du weißt, was auf dich zukommt. Die schriftliche Prüfung prüft dein konzeptionelles Verständnis, die praktische Prüfung deine Handlungsfähigkeit. Beide Teile sind wichtig und müssen bestanden werden.

Der Schlüssel zum Erfolg ist Vorbereitung ohne Überanstrengung. Lerne regelmäßig, nicht in letzter Sekunde. Wähle dein Thema für die Unterweisungsprobe sorgfältig. Nutze das Feedback von Prüfern und Kursleitern, wenn du es erhältst. Und denk dran: Hunderttausende Menschen haben diese Prüfung bestanden – du wirst das auch schaffen.

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