Die IHK (Industrie- und Handelskammer) ist für viele Ausbilder die zuständige Prüfungsstelle für den Ada-Schein. Doch was genau prüft die IHK, wie läuft das Verfahren ab und was unterscheidet die IHK-Prüfung von der HWK? In diesem Artikel erklären wir dir alles, was du über die IHK-Ada-Schein-Prüfung wissen musst.

Rolle der IHK bei der Ada-Schein-Prüfung

Die IHK ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die für Industrie, Handel und Dienstleistungen zuständig ist. Sie ist verantwortlich für die Durchführung der Ausbildereignungsprüfung in ihrem Bezirk. Dies bedeutet, dass die IHK die Prüfung organisiert, die Prüfer bereitstellt und am Ende das Zertifikat ausstellt.

Die IHK agiert unabhängig von einzelnen Betrieben. Sie ist neutral und sorgt dafür, dass die Prüfung fair und einheitlich durchgeführt wird. Dies ist wichtig, damit der Ada-Schein überall in Deutschland gleichwertig ist. Wenn du deinen Ada-Schein bei der IHK Bremen machst, ist er genauso gültig wie einer von der IHK München.

Die IHK bietet auch Beratung und Information an. Viele IHKs haben Beratungsstellen, wo du Fragen stellen kannst, ob du für die Prüfung geeignet bist. Sie bieten auch Vorbereitungskurse an oder können dir Kurse empfehlen.

Was prüft die IHK im schriftlichen Teil?

Der schriftliche Teil der IHK-Prüfung dauert 180 Minuten und besteht aus Aufgaben, die sich auf die vier Handlungsfelder der AEVO beziehen. Die Aufgaben sind praxisnah und oft in Fallbeispielen formuliert. Du brauchst nicht nur theoretisches Wissen, sondern musst zeigen, dass du die Inhalte auf konkrete Situationen anwenden kannst.

Die IHK prüft im schriftlichen Teil beispielsweise, ob du ein Ausbildungsprojekt planen kannst. Du könntest gefragt werden, wie du einen Ausbildungsplan gestaltest oder wie du mit einem schwierigen Auszubildenden umgehen würdest. Auch Rechtsfragen können vorkommen, beispielsweise zur Kündigungsfristen oder zu den Rechten und Pflichten von Ausbildern und Auszubildenden.

Ein großer Teil der Fragen befasst sich mit Methodik und Didaktik. Die IHK möchte sehen, dass du verstehst, wie Menschen lernen und wie du dieses Wissen in der Ausbildung nutzt. Fragen zur Motivation, zur Unterweisungsmethodik oder zur Fehlerbehandlung sind typisch.

Die Fragen sind in der Regel Multiple-Choice oder Kurzantwort-Formate. Du brauchst keine langen Aufsätze zu schreiben, aber deine Antworten sollten präzise und fachlich korrekt sein.

Was prüft die IHK im praktischen Teil?

Der praktische Teil ist zweiteilig: Unterweisungsprobe und Fachgespräch. In der Unterweisungsprobe zeigst du, dass du eine berufstypische Aktivität strukturiert und methodisch vermitteln kannst. Die Dauer liegt zwischen 15 und 20 Minuten. Du wählst ein Thema aus deinem Beruf, das sich gut unterweisen lässt, und führst die Unterweisung vor einer Prüfungskommission durch.

Die IHK-Prüfer schauen auf mehrere Aspekte: Hast du die Inhalte klar strukturiert? Nutzt du passende Unterweisungsmethoden? Bindest du den Lernenden ein? Checkst du den Lernfortschritt? Gibst du Feedback? Die IHK möchte sehen, dass du ein professioneller Ausbilder bist, nicht einfach jemand, der handwerklich gut ist.

Nach der Unterweisungsprobe folgt das Fachgespräch. Hier stellt die Prüfungskommission Fragen zur Unterweisungsprobe und zu didaktischen Grundlagen. Du sollst erklären können, warum du diese Methode gewählt hast, welche Lernziele du verfolgt hast und wie du den Fortschritt überprüfst. Das Fachgespräch ist eine echte Diskussion, keine Prüfung mit Richtig-oder-Falsch-Antworten.

Bewertungskriterien: Woran wird gemessen?

Die IHK bewertet dich nach klar definierten Kriterien. Im schriftlichen Teil wird oft mit Punkte gearbeitet. Du brauchst üblicherweise mindestens 50 Prozent der Punkte, um zu bestehen. Dies ist ein niedriger Schwellwert und zeigt, dass die IHK erwartet, dass Kandidaten nicht perfekt sind, sondern eine grundsolide Kompetenz mitbringen.

Im praktischen Teil bewertet die IHK deine Unterweisungsprobe nach Kriterien wie Struktur, Methodenwahl, Aktivierung des Lernenden, Verständlichkeit und Kontrolle. Auch deine Fachkompetenz wird beurteilt, also ob du inhaltlich wirklich weißt, wovon du sprichst.

Das Fachgespräch wird bewertet danach, wie gut du deine Handlungen erklären kannst und wie reflektiert du deine Ausbildungspraxis schilderst. Die Prüfer wollen sehen, dass du nicht nur praktisch vorgehen kannst, sondern auch begründen kannst, warum du so vorgehst.

Die Bewertung ist nicht rein subjektiv. Die IHK hat Bewertungsraster, die sicherstellen, dass ähnliche Leistungen ähnlich bewertet werden. Dies ist wichtig für die Fairness und die Gleichwertigkeit der Zertifikate.

Anmeldung bei der IHK: Was braucht man?

Um dich zur IHK-Prüfung anmelden zu können, brauchst du zunächst die Bestätigung, dass du die Voraussetzungen erfüllst. Die wichtigsten Dokumente sind ein Lebenslauf, Kopien deiner Ausbildungszeugnisse und deinen Personalausweis oder Pass. Auch ein Führungszeugnis ist üblicherweise erforderlich.

Die IHK hat Anmeldungsformulare, die du online oder in Papierform ausfüllst. Du gibst an, wann du dich prüfen lassen möchtest und welches Prüfungszentrum du bevorzugst. Die IHK ist üblicherweise kulant bei der Planung und versucht, dir einen passenden Termin zu geben.

Es ist wichtig, dass du dich rechtzeitig anmeldest. Es gibt Anmeldungsfristen, die du einhalten musst. Diese liegen üblicherweise sechs bis acht Wochen vor dem Prüfungstermin. Wenn du die Frist verpasst, musst du auf den nächsten Termin warten.

Die Anmeldung ist kostenpflichtig. Die Gebühren liegen üblicherweise zwischen 150 und 350 Euro, je nach IHK und danach, ob du nur die schriftliche oder auch die praktische Prüfung machen musst. Du solltest dich informieren, welche Kosten konkret anfallen.

Prüfungsgebühren und Termine

Die Gebühren variieren zwischen den IHKs. Im Durchschnitt kostet die Prüfung zwischen 200 und 350 Euro. Manche IHKs bieten Ermäßigungen an, wenn du arbeitslos bist oder finanzielle Schwierigkeiten hast. Informiere dich bei deiner zuständigen IHK.

Die Prüfungstermine sind üblicherweise in regelmäßigen Abständen über das Jahr verteilt. Viele IHKs bieten mehrmals pro Jahr Prüfungstermine an. Du kannst dir usually einen Termin aussuchen, der für dich passt. Bei hoher Nachfrage kann es aber auch zu Wartezeiten kommen.

Die Anmeldefristen sind verbindlich. Wenn du die Anmeldefrist verpasst, kannst du nicht mehr zu dem Termin antreten. Du musst dich dann für den nächsten Termin anmelden. Daher solltest du die Fristen genau notieren und rechtzeitig reagieren.

Manche IHKs bieten auch Vorbesprechungen oder Informationsveranstaltungen an. Diese sind kostenlos und helfen dir, dich auf die Prüfung vorzubereiten.

Was passiert nach der Prüfung?

Nach bestandener Prüfung erhältst du ein Zertifikat von der IHK. Dieses Zertifikat bescheinigt, dass du die Ausbildereignungsprüfung bestanden hast und dass du die fachliche und persönliche Eignung zum Ausbilden nachgewiesen hast. Das Zertifikat ist zeitlich unbegrenzt gültig. Es gibt kein Ablaufdatum.

Das Zertifikat ist deutschland- und sogar EU-weit gültig. Du kannst damit in jedem Betrieb ausbilden, der unter die IHK fällt. Es spielt keine Rolle, in welcher Region du dein Zertifikat gemacht hast.

Nach bestandener Prüfung solltest du deine Qualifizierung aber nicht als abgeschlossen sehen. Ausbildung ist ein dynamisches Feld, und es gibt immer Neues zu lernen. Viele IHKs bieten Fortbildungen für Ausbilder an. Diese können dir helfen, aktuell zu bleiben und deine Fähigkeiten zu vertiefen.

Falls du die Prüfung nicht bestehst, kannst du sie beliebig oft wiederholen. Es gibt keine Begrenzung der Versuche. Du musst aber die Gebühren erneut zahlen.

Unterschied IHK vs. HWK beim Ada-Schein

Die IHK und die HWK (Handwerkskammer) sind die beiden Hauptprüfungsstellen für den Ada-Schein. Welche Kammer für dich zuständig ist, hängt von deinem Beruf ab. Die IHK ist zuständig für Industrie, Handel und Dienstleistungen. Die HWK ist zuständig für handwerkliche Berufe.

In welche Kategorie dein Beruf fällt, ist manchmal nicht ganz klar. Beispielsweise ist ein Elektrotechniker in Industrie und Handel bei der IHK, während ein Elektroinstallateur im Handwerk bei der HWK sein kann. Es gibt auch Übergangsbereiche.

Die grundsätzliche Struktur der Prüfung ist bei IHK und HWK gleich: schriftlicher Teil, Unterweisungsprobe und Fachgespräch. Die Anforderungen der AEVO sind auch gleich. Es kann aber unterschiedliche Schwerpunkte geben. Die HWK legt möglicherweise mehr Gewicht auf handwerkliche Fertigkeiten, während die IHK mehr Gewicht auf kaufmännische oder technische Aspekte legen kann.

Auch die Gebühren können unterschiedlich sein. Manche HWKs sind teurer als die lokale IHK oder umgekehrt. Dies ist regional unterschiedlich.

Das Zertifikat selbst ist aber gleich wertvoll. Ein Ada-Schein von der IHK ist genauso anerkannt wie einer von der HWK. Es spielt für deinen späteren Arbeitgeber keine große Rolle, welche Kammer dein Zertifikat ausgestellt hat.

FAQ

Wie finde ich heraus, ob ich bei der IHK oder HWK prüfen lassen muss?

Das hängt von deinem Beruf ab. Rufe deine zuständige Kammer an oder schau auf ihre Website. Dies ist üblicherweise schnell geklärt.

Kann ich mich abmelden, wenn ich einen Termin nicht wahrnehmen kann?

Ja, aber es gibt üblicherweise Fristen. Wenn du dich rechtzeitig abmeldest, kannst du dich zu einem späteren Termin anmelden. Zu spät Abgemeldete können die Gebühr verlieren.

Wie lange dauert es, bis ich das Zertifikat nach der Prüfung erhalte?

Üblicherweise dauert dies zwei bis vier Wochen. Die genaue Dauer teilt dir die IHK mit.

Kann ich die Prüfung in einem anderen Bundesland machen?

Theoretisch ja, aber es ist kompliziert. Jede IHK ist unabhängig. Es ist einfacher, sich bei deiner lokalen IHK anzumelden. Sprich mit deiner IHK, wenn du aus einem anderen Bundesland kommen solltest.

Fazit

Die IHK-Ada-Schein-Prüfung ist ein standardisiertes und faires Verfahren, das deine Fachkompetenz und deine pädagogischen Fähigkeiten überprüft. Der schriftliche Teil testet dein Verständnis, der praktische Teil deine Umsetzung. Mit gezielter Vorbereitung und realistischem Training kannst du die Prüfung erfolgreich absolvieren. Das Zertifikat ist deutschlandweit gültig und wird deine Karriere als Ausbilder voranbringen.

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