
Die Ausbildung der Ausbilder – kurz AdA oder auch AEVO genannt – ist eine der wichtigsten Qualifikationen in der Berufsbildung. Sie ist nicht nur ein Zertifikat, das du an die Wand hängst, sondern ein strukturiertes Programm, das dich tatsächlich befähigt, andere Menschen auszubilden.
Viele Menschen haben gehört, dass es eine „Ausbildung der Ausbilder" gibt, wissen aber nicht wirklich, was sich dahinter verbirgt. Wie ist es aufgebaut? Was wird gelehrt? Warum gibt es so viele Namen für das gleiche Zertifikat? Und vor allem: Was bringt es dir im realen Berufsalltag?
Dieser Artikel beantwortet all diese Fragen systematisch und gibt dir einen vollständigen Überblick über eine der wichtigsten beruflichen Qualifikationen in Deutschland.
Was ist die „Ausbildung der Ausbilder" (AdA) genau?
Die Ausbildung der Ausbilder ist ein standardisiertes Ausbildungsprogramm, das Menschen befähigt, andere in einem Beruf auszubilden. Es ist keine klassische Ausbildung mit Lehrvertrag und mehrjähriger Dauer. Stattdessen ist es ein Qualifizierungsprogramm, das zwischen vier und sechzehn Wochen dauert (je nach Format).
Das Ziel ist klar: Am Ende sollen Ausbilder verstehen, wie Menschen lernen, wie man Inhalte vermittelt, welche rechtlichen Rahmenbedingungen es gibt, und wie man Auszubildende wirklich betreut und unterstützt. Die AdA vermittelt also nicht nur Wissen, sondern auch Handlungskompetenzen.
Rechtlich ist die Ausbildung der Ausbilder in der Ausbildereignungsverordnung (AEVO) geregelt. Diese Verordnung legt fest, welche Inhalte vermittelt werden müssen, welche Anforderungen die Prüfung hat, und wie der Prozess ablaufen soll. Das bedeutet: Überall in Deutschland hat die Ausbildung der Ausbilder einen Standard. Du erhältst überall die gleiche Qualität und das Zertifikat ist überall anerkannt.
Die Ausbildung der Ausbilder richtet sich an Menschen, die bereits in ihrem Beruf arbeiten und nun auch andere anleiten möchten. Das sind Fachkräfte, Meister, Techniker oder auch Akademiker, die praktische Erfahrung haben.
Warum heißt das so? Die Herkunft des Begriffs
Der Begriff „Ausbildung der Ausbilder" ist bewusst gewählt. Es geht darum, dass nicht nur Auszubildende ausgebildet werden, sondern auch die, die ausbilden – eben die Ausbilder selbst.
Die Abkürzung AdA steht für „Ausbildung der Ausbilder". Im englischsprachigen Raum ist der Term „Training the Trainer" verbreitet – mit der gleichen Bedeutung. In Deutschland wird oft auch der Begriff „AEVO-Ausbildung" oder „AEVO-Kurs" verwendet, weil die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) die rechtliche Grundlage ist.
Es gibt auch Missverständnisse: Manche Menschen denken, es ginge um die Ausbildung, die ein Auszubildender durchläuft. Das ist falsch. Es geht um die Qualifikation für die Menschen, die ausbilden. Der Unterschied ist wichtig: Ein Auszubildender macht eine dreijährige Ausbildung zum Maler, zum Elektriker, zum Kaufmann. Ein Ausbilder macht eine Ausbildung der Ausbilder, um diese Auszubildenden anleiten zu können.
Die Begrifflichkeit hat sich über Jahrzehnte entwickelt. Seit 1972 gibt es in Deutschland die formalisierte Ausbildung der Ausbilder. Seit der AEVO von 2009 ist der Standard noch klarer und einheitlicher geworden. Der Name ist also historisch und rechtlich gewachsen.
Was wird in der Ausbildung der Ausbilder vermittelt?
Die Inhalte der AdA sind systematisch aufgebaut und folgen einem Lernzielkatalog. Die meisten Kurse decken folgende Bereiche ab.
Der erste Themenbereich ist rechtlich. Du lernst das Berufsbildungsgesetz (BBiG), das Arbeitsrecht, Jugendarbeitsschutz, Mitbestimmungsrechte und datenschutzrechtliche Fragen. Warum ist das wichtig? Weil ein Ausbilder nicht nur fachlich sondern auch rechtlich verantwortlich ist. Du musst wissen, welche Rechte und Pflichten du hast und was du darfst und nicht darfst.
Der zweite Bereich ist psychologisch und didaktisch. Du lernst, wie Menschen lernen (Lernpsychologie), welche Lerntypen es gibt, wie Gedächtnis funktioniert, wie man Motivation aufbaut. Du beschäftigst dich mit Didaktik und Methodik: Wie unterrichtet man eigentlich? Welche Unterrichtsmethoden gibt es? Wie strukturiert man eine Lerneinheit sinnvoll? Das ist die Seele der Ausbildung der Ausbilder.
Der dritte Bereich ist die praktische Planung. Du lernst, Ausbildungspläne zu erstellen, Lernziele zu formulieren, Lernschritte aufzubauen, Lernmittel einzusetzen. Du planst eine echte Ausbildungssequenz und hältst sie in der Prüfung vor.
Der vierte Bereich ist die Prüfungskunde. Du lernst, wie Prüfungen aufgebaut sind, wie man auf Prüfungen vorbereitet, welche Rollen und Aufgaben ein Ausbilder bei Prüfungen hat.
Der fünfte Bereich ist zwischenmenschlich und kommunikativ. Du beschäftigst dich mit Kommunikation, mit Feedback-Geben, mit Umgang mit schwierigen Situationen, mit Konfliktlösung. Ein Ausbilder muss ein bisschen Psycholog sein.
Der sechste Bereich ist die Ausbildervorbereitung. Das bedeutet: Du lernst, wie man dich als Ausbilder selbst weiterbildet, wie man in Rollen hineinwächst, wie man sich selbst weiterentwickelt.
Aufbau und Struktur der AdA-Ausbildung
Die Ausbildung der Ausbilder hat eine klassische Struktur: Es gibt die Lernphase und die Prüfungsphase.
Die Lernphase ist die Kurs- oder Schulungsphase. Das kann unterschiedlich lang sein. Ein Vollzeitkurs dauert etwa vier bis sechs Wochen, mit täglichem Unterricht von etwa sechs bis acht Stunden. Ein nebenberuflicher Kurs verteilt sich über zwei bis vier Monate, mit Unterricht an Abenden oder Wochenenden. Es gibt auch komprimierte Formate, die intensiv aber kürzer sind.
In der Lernphase wird vermittelt, diskutiert, trainiert. Ein guter Kurs ist nicht nur Vortrag. Teilnehmer arbeiten in Gruppen, entwickeln ihre eigenen Unterrichtsentwürfe, führen gegenseitig Unterrichtsenheiten vor und bekommen Feedback. Das ist sehr praxisorientiert.
Die Prüfungsphase besteht aus zwei Teilen. Der schriftliche Teil ist ein Test, meist bestehend aus Multiple-Choice-Fragen und offenen Fragen. Er dauert etwa zwei Stunden. Der praktische Teil ist eine mündliche Prüfung. Du zeigst eine geplante Ausbildungssequenz, unterrichtest sie (oder zeigst, wie du es unterrichten würdest), und führst dann ein Fachgespräch. Das dauert insgesamt etwa 30 bis 45 Minuten.
Bestanden hast du, wenn du beide Teile bestanden hast. Die Bestehensquote liegt bei etwa 85 bis 90 Prozent, wenn Teilnehmer einen Kurs besucht haben. Ohne Kurs ist die Quote niedriger.





