Der Online-Kurs ist der Trend im Bereich Ada-Schein-Vorbereitung. Das ist verständlich: Du kannst von zu Hause lernen, sparst Anfahrtszeit und hast flexible Lernzeiten. Aber nicht alle Online-Kurse sind gleich. Es gibt dramatische Unterschiede zwischen Formaten, Qualität und Eignung – je nachdem, wie du lernst. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche Varianten es gibt und wann welche sinnvoll ist.

Was ist ein Online-Kurs für den Ausbilderschein überhaupt?

Ein Online-Kurs ist ein Lehrgang, der im Netz stattfindet statt in einem physischen Klassenzimmer. Das klingt einfach, aber der Teufel sitzt im Detail. Ein Online-Kurs kann bedeuten: Du schaust dir Videoaufzeichnungen an, die vor Monaten gemacht wurden. Es kann aber auch bedeuten: Du sitzt live bei einem Trainer online, der gerade mit dir und 20 anderen spricht.

Der Vorteil des Online-Formats ist die Flexibilität. Du kannst um 6 Uhr morgens oder um 22 Uhr abends lernen. Du brauchst nicht zum Kurs zu fahren – das spart Zeit und Geld. Du kannst den Kurs von überall machen, sogar von Zug aus.

Der Nachteil ist: Du sitzt allein vor einem Bildschirm. Das kann einsam sein und erfordert viel Selbstdisziplin. Wenn du eine Frage hast, bekommst du sie nicht sofort beantwortet – es sei denn, der Kurs hat ein Live-Element oder einen guten Support.

Welche Formate gibt es konkret?

Das asynchrone Videoformat ist das häufigste. Der Anbieter dreht Videos zu allen Themen des Ada-Scheins – das kann 50 bis 100 Videos sein – und stellt sie auf eine Lernplattform. Du schaust sie in deinem Tempo an. Der Vorteil: Maximale Flexibilität. Der Nachteil: Kein direkter Kontakt zu einem Trainer.

Das Live-Online-Format ist das Gegenteil. Der Trainer sitzt zu einer bestimmten Zeit online und unterrichtet dich und andere Teilnehmer in Echtzeit. Das ist wie ein Präsenzkurs, nur eben übers Internet. Der Vorteil: Du hast Kontakt und kannst live Fragen stellen. Der Nachteil: Du musst zu der Uhrzeit verfügbar sein.

Das Hybrid-Format kombiniert beide. Es gibt aufgezeichnete Videos zum Selbstlernen und zusätzlich Live-Sessions mit dem Trainer. Das ist oft das beste, aber auch das teuerste Format.

Das Tutor-gestützte Format bietet Videos plus Kontakt zu einem Tutor. Das ist meistens ein anderer Ada-Absolvent oder ein angestellter Mitarbeiter des Kursanbieters. Der Tutor antwortet auf Fragen, moderiert Diskussionsforen und gibt dir Feedback. Das ist besser als reine Videos, aber nicht so intensiv wie ein Live-Trainer.

Wie sieht ein typischer Online-Kurs aus?

Ein gut gemachter Online-Kurs ist strukturiert wie ein echter Kurs. Es gibt eine Lernplattform, auf der du dich anmeldest. Dort findest du ein Menü mit Themen – typischerweise: Grundlagen der AEVO, Ausbildungsplanung, Durchführung der Ausbildung, Erfolgskontrolle und Prüfungsvorbereitung.

Unter jedem Thema gibt es Videos, Texte oder Skripte, manchmal auch interaktive Aufgaben. Ein gutes Video ist 10 bis 20 Minuten lang – nicht länger, weil sonst die Aufmerksamkeit sinkt. Ein schlechtes Video geht 45 Minuten ohne Pause.

Das beste Online-Kurs-Format hat auch Übungen oder Quizze. Das hilft dir, das Gelernte zu überprüfen und nicht nur passiv zu konsumieren. Manche Anbieter bieten auch Prüfungstraining an – das bedeutet: Du machst Testaufgaben, die echten Prüfungsaufgaben ähneln.

Eine gute Lernplattform hat auch eine Community. Das ist typischerweise ein Forum, in dem Teilnehmer und Trainer Fragen und Antworten austauschen. Das ist kein Muss, aber es macht den Unterschied zwischen isoliertem Lernen und gemeinsamem Lernen.

Unterschied: Online-Kurs vs. reines Selbststudium

Das ist eine wichtige Unterscheidung. Ein Online-Kurs ist strukturiert und hat ein klares Curriculum. Selbststudium bedeutet: Du kaufst dir ein Buch oder eine PDF und lernst daraus.

Der große Vorteil eines Online-Kurses ist die Struktur. Der Anbieter hat bereits überlegt, was wichtig ist, in welcher Reihenfolge du es lernen solltest und wie lang jedes Thema braucht. Beim Selbststudium musst du das selbst entscheiden – und das ist zeitaufwendig.

Ein guter Online-Kurs hat auch Didaktik. Das bedeutet: Die Inhalte sind nicht nur korrekt, sondern auch verständlich präsentiert. Videos zeigen nicht nur Folien, sondern ein Trainer spricht dich an, erklärt mit Beispielen und bricht komplexe Themen in kleine Häppchen auf.

Selbststudium ist billiger, aber langsamer und weniger sicher. Du weißt am Ende vielleicht nicht, ob du wirklich alles weißt, das du wissen musst.

Was lernt man im Online-Kurs, was nicht?

Ein guter Online-Kurs deckt die komplette AEVO ab. Das bedeutet: Du lernst die Grundlagen, die vier Handlungsbereiche, die Lerntheorien und die praktischen Fähigkeiten zum Unterrichten.

Was ein Online-Kurs nicht gut kann, ist echte praktische Übung. Du wirst die Unterweisungsprobe nicht wirklich durchspielen, sondern nur darüber lernen. Das ist ein Problem, weil die praktische Prüfung eine Unterweisungsprobe verlangt.

Das Beste ist: Ein guter Online-Kurs sagt dir, dass du die Unterweisungsprobe selbst üben musst – idealerweise mit echten Menschen oder mit einem Trainingspartner. Der Online-Kurs bereitet dich vor, aber ersetzt nicht die echte Praxis.

Manche Online-Kurse bieten auch Live-Trainings oder Webinare an, in denen Teilnehmer ihre Unterweisungsprobe vorzeigen und Feedback bekommen. Das ist wertvoll.

Ein Online-Kurs kann auch schlecht sein. Ein schlechter Online-Kurs ist billiger, aber veraltert, unstrukturiert oder von jemandem gemacht, der selbst noch nie den Ada-Schein gemacht hat. Das erkennst du an Kundenbewertungen und an Kostproben.

Für wen eignet sich welches Format?

Das asynchrone Videoformat ist ideal für dich, wenn du unregelmäßige Arbeitszeiten hast – wenn du Schichtarbeit machst oder wenn deine Termine ständig wechseln. Es ist auch gut, wenn du lieber allein lernst und dich nicht von anderen Menschen ablenken lässt.

Das Live-Online-Format ist ideal für dich, wenn du regelmäßige freie Zeiten hast – zum Beispiel jeden Dienstagabend – und wenn du von einem Trainer lernen möchtest, der dir helfen kann. Es ist auch gut, wenn du schneller vorankommst, wenn du mit anderen Menschen in der Gruppe bist.

Das Hybrid-Format ist für fast alle gut, weil es Flexibilität mit Kontakt kombiniert. Der Nachteil ist der Preis – Hybrid-Kurse sind teurer.

Das Tutor-gestützte Format ist ein Mittelweg: Billig wie asynchrones Lernen, aber mit etwas Unterstützung. Es ist gut, wenn du die meiste Zeit allein lernen möchtest, aber wissen willst, dass jemand da ist, wenn du hängst.

Worauf sollte man bei der Anbieterwahl achten?

Schau dir zunächst an, wer den Kurs macht. Ist es eine etablierte Bildungseinrichtung, ein privater Trainer oder ein großes Online-Portal? Das sagt viel über die Qualität aus. Ein großes Portal hat oft bessere Technik, aber weniger persönlichen Kontakt. Ein einzelner Trainer hat oft mehr Persönlichkeit, aber weniger Struktur.

Checke, ob der Anbieter selbst den Ada-Schein hat und lehrend tätig ist. Das ist keine Garantie, aber es ist ein gutes Zeichen.

Schau dir Bewertungen und Rezensionen an – nicht nur auf der Website des Anbieters, sondern auch auf Google, Trustpilot oder ähnlichen Plattformen. Echte Kundenbewertungen sind goldwert.

Frag, wie der Support aussieht. Kann ich eine E-Mail schreiben, wenn ich eine Frage habe? Wie schnell bekomme ich eine Antwort? Gibt es eine Telefonhotline? Das ist wichtig, weil du während des Lernens Fragen haben wirst.

Prüfe die technischen Voraussetzungen. Brauchst du spezielle Software? Funktioniert das auf deinem alten Laptop oder nur auf modernen Geräten? Ist die Lernplattform auch mobil (auf dem Smartphone) nutzbar? Das ist wichtiger, als es klingt.

Vergleiche den Umfang. Wie viele Stunden Videomaterial gibt es? Sind Prüfungstrainings inklusive? Gibt es zusätzliche Materialien oder nur Videos?

Schließlich: Schau dir die Probelektion an. Fast alle guten Anbieter haben kostenlose Kostproben. Das reicht, um einen ersten Eindruck zu bekommen, ob dir das Format liegt.

Häufige Fragen zu Ausbilderschein Online-Kurs

Kann ich einen Online-Kurs absolvieren und trotzdem die IHK-Prüfung bestehen?

Ja, viele Menschen tun das. Ein guter Online-Kurs bereitet dich genau so gut vor wie ein Präsenzkurs. Der einzige Unterschied ist, dass du die praktische Simulation nicht in der Gruppe machst. Das ist aber kein großes Problem, wenn du dich selbst organisierst und die Unterweisungsprobe übst.

Wie lange brauche ich für einen Online-Kurs?

Das hängt vom Kurs ab. Ein intensiver Online-Kurs kann in 4 bis 6 Wochen abgeschlossen werden. Ein regulärer Online-Kurs dauert 8 bis 12 Wochen. Wenn du sehr langsam lernst oder die Videos mehrmals schauen musst, können es auch 4 bis 5 Monate sein.

Was wenn ich technische Probleme habe?

Das ist eine wichtige Frage. Gute Anbieter haben technischen Support und kümmern sich schnell um Probleme. Frag vorher, wie das funktioniert. Schlechte Anbieter antworten nicht oder zu langsam.

Ist ein Online-Kurs günstiger als ein Präsenzkurs?

Meistens ja, aber nicht immer. Ein Online-Kurs kostet oft 300 bis 600 Euro, ein Präsenzkurs 400 bis 800 Euro. Der Unterschied ist nicht riesig. Was du sparst, ist Anfahrtszeit und Fahrtkosten.

Kann ich mit einem Online-Kurs die praktische Prüfung gut vorbereiten?

Das ist die schwache Seite von Online-Kursen. Du siehst, wie es gemacht wird, aber machst es nicht wirklich. Das beste ist: Ein guter Online-Kurs sagt dir, dass du selbst trainieren musst – mit Familie, Freunden oder Arbeitskollegen. Manche Anbieter bieten auch Online-Trainings für die Unterweisungsprobe an, das ist hilfreich.

Fazit

Ein Online-Kurs für den Ada-Schein ist eine gute Option, wenn du flexibel sein musst und lieber selbstbestimmt lernst. Es gibt verschiedene Formate – von reinen Videos bis zu Live-Online-Unterricht. Die beste Wahl hängt davon ab, wie du lernst, wann du Zeit hast und ob du Kontakt zu einem Trainer brauchst. Achte bei der Auswahl auf Bewertungen, Support und Umfang. Ein Online-Kurs ist kein Selbstläufer – du brauchst Selbstdisziplin. Aber wenn du die mitbringst, ist es eine effiziente und flexible Art zu lernen.

IHK Ausbildereignungsprüfung, ADA-Schein 2025

Starte jetzt deinen nächsten Karriere-Step

Komplette Prüfungsvorbereitung für die IHK Ausbildereignungsprüfung