Wer beruflich eingespannt ist und unter der Woche nicht weg kann, trägt sich mit dem Gedanken: Den Ausbilderschein am Wochenende machen. Das wäre praktisch – Freitag Arbeit, Samstag und Sonntag Kurs, Montag wieder normal arbeiten. Diese Option gibt es wirklich, ist aber nicht überall gleich häufig. In diesem Artikel zeigen wir dir, wie das funktioniert und wann das Wochenend-Format dein Format ist.

Gibt es Ausbilderschein-Kurse am Wochenende wirklich?

Ja, es gibt sie. Aber es ist nicht das Standard-Format. Die meisten Kurse sind entweder Abendkurse unter der Woche oder Vollzeitintensivkurse. Wochenendkurse sind eine Nischenlösung, die manche Anbieter gezielt für berufstätige Menschen anbieten.

Die Verfügbarkeit hängt stark vom Bundesland und von der Region ab. In Großstädten wie Berlin, München oder Köln gibt es mehr Wochenendkurse als im ländlichen Raum. Das ist logisch – mehr Teilnehmer, mehr Nachfrage, mehr Angebote.

Nicht alle Anbieter haben Wochenendkurse im Programm. Viele arbeiten nur mit klassischen Abendkursen oder Vollzeit-Intensivkursen. Wenn du einen Wochenendkurs willst, musst du gezielt suchen und eventuell mit mehreren Anbietern kontakt aufnehmen.

Wie ist ein Wochenend-Kurs typischerweise aufgebaut?

Es gibt zwei Haupttypen. Der eine Typ ist das „mehrere Wochenenden"-Format. Du kommst etwa alle zwei Wochen zu einem Wochenendblock – meist Samstag und Sonntag von 9 bis 17 Uhr mit Pausen. Das sieht konkret so aus: Samstag 9 bis 12 Uhr Unterricht, 12 bis 13 Uhr Mittagspause, 13 bis 16 Uhr Unterricht, 16 bis 17 Uhr Gruppenübungen oder Feedback. Sonntag ähnlich.

Das zweite Format ist das „Intensivwochenende"-Format. Das ist ein einzelnes oder zwei Wochenenden, an denen du sehr lange sitzt – von Freitag Abend bis Sonntag Abend mit wenigen Pausen. Das ist kompakt und kurz.

Manche Anbieter kombinieren auch: Mehrere Wochenenden plus ein paar Abendtermine unter der Woche, um den Stoff besser zu verteilen.

Der große Unterschied zu normalen Abendkursen ist die Dauer. An einem Wochenendtag sitzt du 8 bis 10 Stunden, nicht 2 Stunden wie an einem Abendkurs. Das ist körperlich anstrengend und psychisch belastend.

Wie viele Wochenenden braucht man in der Regel?

Das variiert. Ein reines Intensivwochenende mit sehr langen Tagen kann ausreichen – das sind zwei bis drei Tage an einem einzigen Wochenende mit 10 bis 12 Stunden Unterricht pro Tag.

Das klassischere Format ist vier bis sechs Wochenenden à zwei Tage (Samstag, Sonntag). Das bedeutet: Du brauchst zwei bis drei Monate, weil zwischen den Wochenenden jeweils zwei Wochen liegen.

Ein etwas weniger intensives Format ist drei bis vier Wochenenden mit zusätzlichen Abendterminen. Das verteilt die Belastung besser.

Insgesamt brauchst du etwa 80 bis 120 Unterrichtsstunden, genauso wie bei jedem anderen Format. Die Frage ist nur, wie du diese Stunden verpackst – in vier Monaten Abendkurs oder in sechs Samstage oder in zwei intensive Wochenenden.

Für wen ist das Wochenendformat ideal?

Das Wochenendformat passt zu dir, wenn du beruflich unter der Woche nicht weg kannst – wenn du Vollzeit arbeitest und die Unternehmenskultur es nicht zulässt, zweimal pro Woche einen Kurs zu machen.

Es passt auch zu dir, wenn du lieber große Blöcke lernst als einzelne Stunden zu verteilen. Manche Menschen lernen besser, wenn sie einen ganzen Tag zu einem Thema haben – da entwickelt sich Tiefe.

Es passt auch, wenn du Familie mit kleinen Kindern hast und freie Tage unter der Woche schwer zu planen sind. Wochenenden sind oft flexibler zu organisieren.

Das Wochenendformat passt weniger zu dir, wenn dich lange Lernblöcke überfordern. Wenn du nach 4 Stunden konzentrierter Arbeit erschöpft bist, dann sind acht Stunden an einem Tag zu viel.

Es passt auch weniger, wenn du Samstag und Sonntag regelmäßig Termine hast – Familie, Sport, Hobbys. Dann ist das Format nicht realistisch für dich.

Was man vor der Buchung unbedingt klären sollte

Erstens: Wie viele Wochenenden sind es konkret, und mit welchem Abstand? Ein Anbieter, der sagt „vier bis sechs Wochenenden, flexibel", ist nicht klar genug. Frag nach einem konkreten Zeitplan.

Zweitens: Wie sind die genauen Unterrichtszeiten? 9 bis 17 Uhr mit einstündiger Mittagspause? Oder 9 bis 16 Uhr mit zwei Pausen? Das klingt klein, aber es macht einen großen Unterschied am Energielevel.

Drittens: Ist Mittagessen inklusive? Manche Anbieter bieten Mittagessen an (inklusive oder gegen Gebühr), andere nicht. Das ist wichtig, wenn du nicht selbst etwas mitbringen möchtest.

Viertens: Wie wird die praktische Prüfung trainiert? Das ist die Schwachstelle von Wochenendkursen. Du brauchst Zeit zum Üben der Unterweisungsprobe – und das passiert oft nicht im Kurs. Frag, ob es zusätzliche Trainingszeiten gibt oder ob du selbst trainieren musst.

Fünftens: Was wenn ich einen Termin verpasse? Kannst du Wochenenden nachholen? Gibts es Aufzeichnungen? Das ist wichtig, weil Lebensereignisse passieren – Krankheit, Familiennotfall.

Sechstens: Wie ist der Kontakt zum Trainer? Kannst du Mail-Fragen stellen, auch wenn der Kurs zu Ende ist? Manche Anbieter haben nur Kontakt während des Kurses, dann bist du danach allein.

Siebtens: Gibt es eine Prüfungsgarantie oder eine Rückgabegarantie? Ein seriöser Anbieter sollte sagen können, dass du mit der Qualität zufrieden bist.

Intensivwochenende vs. mehrere Wochenenden: Was ist besser?

Ein Intensivwochenende ist schneller. Du brauchst nur eine oder zwei Wochen, nicht zwei bis drei Monate. Das ist gut, wenn du unter Zeitdruck stehst.

Der Nachteil: Du bist danach erschöpft, und du brauchst länger zur Verdauung des Stoffs. Ein Intensivwochenende ist wie ein Feuer – sehr intensiv, aber schnell vorbei.

Mehrere Wochenenden über zwei bis drei Monate sind weniger belastend. Du hast Zeit zwischen den Terminen, um das Gelernte zu verarbeiten. Du kommst nicht in Burnout-Gefahr.

Der Nachteil: Du brauchst länger, und du musst dich mehrmals „aufraffen" zum Kurs gehen.

Meine Faustregel: Wenn du berufliche Erfahrung hast und unter Zeitdruck stehst, nimm ein Intensivwochenende. Wenn du weniger Vorkenntnisse hast oder wenn dich lange Lernblöcke überfordern, nimm mehrere Wochenenden.

Gibt es regionale Unterschiede bei der Verfügbarkeit?

Ja, deutlich. In Großstädten hast du oft Wochenendkurse im Angebot. In mittelgroßen Städten manchmal, in Dörfern selten.

Das ist auch nicht wirklich ein Problem, weil Online-Kurse eine gute Alternative sind. Du kannst am Wochenende online lernen, und das ist fast genauso flexibel wie ein physischer Wochenendkurs.

Manche Bundesländer haben mehr Wochenendkurse als andere. In Baden-Württemberg und Bayern gibt es oft mehr Angebote als im Norden. Das liegt an der Bevölkerungsdichte und der Wirtschaftsstruktur.

Wenn du in einer ländlichen Region bist und keinen Wochenendkurs finden kannst, überlege, ob du zu einem Kurs in der nächsten Stadt fahren möchtest oder ob ein Online-Kurs besser passt. Die Fahrt zu einem Wochenendkurs kann auch Zeit und Kosten sparen.

Häufige Fragen zu Ausbilderschein am Wochenende

Kann ich im Wochenendkurs wirklich fit für die Prüfung werden?

Ja, aber nicht von allein. Der Kurs bereitet dich vor, aber du musst danach noch selbst arbeiten – besonders an der praktischen Prüfung. Gute Wochenendkurs-Anbieter sagen das von Anfang an: Der Kurs ist der Anfang, nicht das Ende des Lernens.

Muss ich an allen Wochenenden anwesend sein?

Das hängt vom Anbieter ab. Bei den meisten ist Anwesenheit wichtig, weil du den Stoff brauchst. Manche bieten Aufzeichnungen an, aber das ist seltener bei Präsenzkursen.

Was wenn ich an einem Wochenende krank werde?

Kontaktiere den Anbieter sofort. Gute Anbieter bieten dir ein Nachhol-Wochenende an oder stellen dir Aufzeichnungen zur Verfügung. Schlecht Anbieter sagen: Pech, du versäumst den Stoff.

Kosten Wochenendkurse mehr als Abendkurse?

Nein, typischerweise kostet ein Wochenendkurs gleich viel oder manchmal sogar weniger. Der Grund: Die Anbieter sparen keine Raum- oder Trainerkosten – aber die Zeit ist kürzer. Das kann sich im Preis spiegeln.

Fazit

Der Ausbilderschein am Wochenende ist eine gute Lösung für berufstätige Menschen, die unter der Woche nicht flexibel sind. Es gibt unterschiedliche Formate – von Intensivwochenenden bis zu mehreren Samstagen und Sonntagen verteilt über Monate. Das beste Format hängt von deinen Vorkenntnissen, deiner Belastbarkeit und deinem Zeitrahmen ab. Achte bei der Kurswahl auf Klarheit über Termine, Zeiten und Unterstützung danach. Der Kurs ist der Anfang – du brauchst Energie und Zeit auch noch danach zum Üben und Vertiefen.

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