Du kochst mit Leidenschaft und möchtest dein Wissen an den Nachwuchs weitergeben? Dann brauchst du den Ausbilderschein, auch Ada-Schein genannt. In der Gastronomie und speziell als Koch gibt es allerdings einige Besonderheiten, die du kennen solltest. Die Anforderungen sind anders als in anderen Branchen, und die Regelungen deines Verbandes spielen eine wichtige Rolle. Lass mich dir alles erklären.
Die Besonderheiten der Gastronomie beim Ausbilderschein
Die Gastronomie ist eine Branche mit ganz eigenen Regelungen, wenn es um die Ausbildung von Lehrlingen geht. Das liegt daran, dass die Deutsche Hoteliervereinigung und die Gaststättenwirtschaft durch die DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenbund) organisiert sind. Diese Organisation setzt Standards für Betriebe und ihre Ausbilderinnen und Ausbilder. Das heißt für dich konkret: Die DEHOGA hat Regeln, die über die allgemeinen Anforderungen des Ada-Schein-Gesetzes hinausgehen.
Ein wichtiger Punkt: In manchen Bundesländern und bei bestimmten Betriebsformen reicht es nicht aus, nur den Ada-Schein zu machen. Du brauchst oft gleichzeitig eine abgeschlossene Berufsausbildung als Koch oder Köchin. Das ist die Regel in der Gastronomie – die fachliche Kompetenz ist entscheidend. Das macht Sinn: Deine Gäste und deine Lehrlinge erwarten zu Recht, dass du weißt, was du tust. Die Kombination aus Fachkompetenz und pädagogischen Fähigkeiten macht dich zu einer wertvollen Kraft in deinem Betrieb.
Fachliche Anforderungen: Meister oder Ada-Schein?
Hier kommen wir zu einer wichtigen Frage: Reicht dir der Ada-Schein, oder brauchst du den Meistertitel? In der Gastronomie ist das gesetzlich nicht immer eindeutig geregelt. Das Berufsbildungsgesetz sagt zwar, dass du mit deiner abgeschlossenen Ausbildung und dem Ada-Schein grundsätzlich ausbilden darfst. Die DEHOGA und viele Handwerkskammern empfehlen dir aber zusätzlich, den Meistertitel zu erwerben oder zumindest die Meisterqualifikation anzustreben.
Der Grund liegt darin, dass der Meister nicht nur der Ada-Schein ist, sondern auch tiefergehendes Wissen in Betriebswirtschaft, Management und Fachtheorie umfasst. Das ist besonders wertvoll, wenn du später nicht nur ausbilden möchtest, sondern auch ein Restaurant leiten willst. Viele Betriebe stellen Ausbilderinnen und Ausbilder mit Meistertitel bevorzugt ein – das ist einfach ein Qualitätsmerkmal. Allerdings: Für die bloße Tätigkeit als Ausbilderin oder Ausbilder im Betrieb reicht der Ada-Schein aus. Der Meister ist eher eine Zusatzqualifizierung für mehr Verantwortung und Aufstiegschancen.
Die richtige Kammer: Handwerkskammer oder IHK?
Ein häufiges Problem: Köche sind sich unsicher, ob sie zu einer Handwerkskammer oder zur IHK gehören. Die Antwort ist wichtig, weil die richtige Kammer dich bei der Anmeldung, beim Ada-Schein und bei Förderungsfragen unterstützt. Generell gilt: Wenn du in einem Hotel oder Restaurant arbeitest, das als Gastwirtschaft eingetragen ist, gehörst du zur IHK. Die Handwerkskammer ist zuständig, wenn dein Betrieb als Handwerksbetrieb eingetragen ist – das ist eher selten der Fall.
Die beste Lösung ist einfach: Frag in deinem Betrieb nach oder rufe deine lokale Kammer an. Sie können dir innerhalb von Minuten sagen, welche Kammer für dich zuständig ist. Das ist wichtig, weil die Anmeldung zu deinem Lehrling und auch die Anmeldung zum Ada-Schein über die richtige Kammer laufen müssen. Mit der falschen Kammer verlierst du Zeit und möglicherweise auch Geld. Also nimm dir kurz Zeit und klär das ab.
Die praktische Vorbereitung: Dein Weg zum Ausbilderschein als Koch
Du hast deine Berufsausbildung abgeschlossen und möchtest jetzt den Ada-Schein machen? Sehr gut. Der erste Schritt ist, einen Lehrgang zu suchen. Es gibt Kurse in verschiedenen Formaten: als Vollzeit-, Teilzeit- oder Online-Variante. Manche Betriebe stellen ihre Köche frei, damit diese an einem Präsenzkurs teilnehmen können, andere bieten Unterstützung für Online-Formate, die flexibler sind. Schau hier, was zu deinem Leben und deinen Arbeitszeiten passt – in der Gastronomie sind flexible Formate oft sinnvoller.
Während des Lehrgangs wirst du nicht nur viel über Didaktik und Pädagogik lernen, sondern auch über rechtliche Grundlagen, Sicherheit und Gesundheitsschutz in der Ausbildung. Das ist gerade im Küchenumfeld wichtig, wo es heiß, laut und manchmal chaotisch zugehen kann. Du lernst, wie du Sicherheit vermittelst, wie du mit Konflikten umgist und wie du den Unterricht strukturierst. Das sind Fähigkeiten, die dir auch im Umgang mit deinen erfahrenen Kollegen weiterhelfen – nicht nur mit Lehrlingen.
Anforderungen an deinen Betrieb
Nicht nur du musst bestimmte Voraussetzungen erfüllen, sondern auch dein Betrieb. Dein Arbeitgeber muss sicherstellen, dass du, als Ausbilderin oder Ausbilder, die notwendigen Aufgaben erfüllen kannst. Das heißt konkret: Du brauchst Zeit, dich um deine Lehrlinge zu kümmern. Du kannst nicht parallel vollständig in den normalen Küchenbetrieb integriert sein und gleichzeitig verantwortungsvoll ausbilden.
Das ist ein Punkt, den viele Köche unterschätzen. Wenn du ausbildest, brauchst du auch eine Anleitung, Rückmeldungen und Schutzzeiten. Die gute Nachricht: Viele Betriebe akzeptieren das, weil sie verstehen, dass eine gute Ausbildung langfristig profitabel ist. Ein gut ausgebildeter Lehrling ist ein zuverlässiger Mitarbeiter – das zahlt sich aus. Sprich mit deinem Betrieb offen über deine Vorstellungen und Bedürfnisse.
Förderung und Finanzierung deines Ada-Scheins
Die Kosten für einen Ada-Schein-Lehrgang liegen zwischen 1.000 und 3.000 Euro, je nach Anbieter und Dauer. Das ist nicht unerheblich, aber es gibt mehrere Finanzierungsmöglichkeiten. Das Aufstiegs-BAföG (früher Meister-BAföG) übernimmt 50 Prozent der Kosten direkt und bietet dir ein Darlehen für die restlichen 50 Prozent. Nach bestandener Prüfung erlässt dir der Staat sogar 50 Prozent des Darlehens – das ist eine echte finanzielle Unterstützung.
Viele Betriebe zahlen den Ada-Schein auch selbst oder zumindest teilweise. Das ist eine gute Investition für deinen Arbeitgeber, weil eine qualifizierte Ausbilderin oder ein qualifizierter Ausbilder die Betriebskultur und Qualität der Ausbildung deutlich verbessert. Es lohnt sich, hier offen mit deinem Chef zu sprechen. Außerdem gibt es in manchen Bundesländern noch zusätzliche Förderprogramme für Handwerksbetriebe oder Gastronomiebetriebe – erkundige dich bei deiner Kammer.
Tipps für deinen Erfolg als Trainer in der Gastronomie
Ein erfolgreiches Ausbilden in der Küche braucht mehr als nur das Wissen, das du in der Schule lernst. Du brauchst Geduld, klare Kommunikation und die Fähigkeit, komplexe Prozesse in verständliche Schritte zu zerlegen. Der Ada-Schein gibt dir dafür das Handwerkszeug. Nutze es, um Struktur in deine Anleitung zu bringen. Mach nicht einfach „wie man es macht", sondern erkläre auch „warum man es so macht".
Ein praktischer Tipp: Dokumentiere die Fortschritte deiner Lehrlinge. Das hilft dir, ihre Entwicklung zu sehen, und es gibt deinen Lehrlingen auch eine Rückmeldung, wo sie stehen. Nutze die Zeit in der Küche, um ihre Fähigkeiten gezielt zu entwickeln. Arbeitet ihr zusammen in einer brausenden Küche, findet klare Momente für Erklärungen und Feedback – nicht immer muss Ausbildung im klassischen Schulzimmer stattfinden. Die echte Küche ist dein Klassenzimmer.
Häufige Fragen zu ausbilderschein als koch
Brauche ich zwingend einen Meistertitel, um als Koch auszubilden?
Nein, der Ada-Schein reicht gesetzlich aus. Du brauchst nur eine abgeschlossene Berufsausbildung als Koch oder Köchin plus den Ada-Schein. Der Meister ist eine Zusatzqualifizierung, die dir mehr Chancen im Management und Aufstieg öffnet, aber für das reine Ausbilden nicht notwendig.
Gehöre ich zur Handwerkskammer oder zur IHK?
Das hängt davon ab, wie dein Betrieb eingetragen ist. Die meisten Hotels und Restaurants gehören zur IHK. Nur wenn dein Betrieb als Handwerksbetrieb eingetragen ist, gehörst du zur Handwerkskammer. Frag einfach in deinem Betrieb nach oder ruf deine lokale Kammer an.
Wie lange dauert der Ada-Schein für Köche?
Der Ada-Schein dauert typischerweise zwischen 80 und 120 Unterrichtsstunden, je nach Anbieter. Als Vollzeitlehrgang bedeutet das etwa zwei bis drei Wochen am Stück. Als Teilzeitlehrgang verteilt sich das über mehrere Monate – das ist oft realistischer für Köche, die arbeiten.
Kann mein Betrieb mich freistellen für den Ada-Schein?
Ja, viele Betriebe stellen ihre Mitarbeiter für den Ada-Schein-Lehrgang frei und zahlen auch die Gebühren. Das ist eine sinnvolle Investition für deinen Arbeitgeber. Sprich hier offen mit deinem Chef – es lohnt sich oft für beide Seiten.
Welche Förderung kann ich für meinen Ada-Schein bekommen?
Das Aufstiegs-BAföG (AFBG) ist die beste Option. Es übernimmt 50 Prozent der Kosten direkt und bietet ein Darlehen für die restlichen 50 Prozent. Nach bestandener Prüfung erlässt dir der Staat 50 Prozent des Darlehens. Auch dein Betrieb kann dich unterstützen oder zahlen.
Fazit
Dein Weg vom Koch zum Ausbilderschein ist völlig machbar und in der Gastronomie sogar besonders wertvoll. Die Branche braucht qualifizierte Ausbilderinnen und Ausbilder, die ihr Handwerk verstehen und gleichzeitig wissen, wie man andere unterrichtet. Mit deiner praktischen Erfahrung und dem Ada-Schein hast du alles, was du brauchst. Die fachliche Kompetenz hast du bereits durch deine Ausbildung, der Ada-Schein gibt dir die pädagogischen Fähigkeiten dazu.
Nimm dir die Zeit, eine gute Ausbilderin oder ein guter Ausbilder zu sein. Das zahlt sich langfristig aus – für dich, für deine Lehrlinge und für deinen Betrieb. Deine Leidenschaft für gutes Essen ist bereits da, jetzt brauchst du nur noch das Wissen, wie du diese Leidenschaft weitergibst.





