
Die Frage nach den Kosten ist eine der ersten, die angehende Ausbilder stellen. Und es ist berechtigt: Eine Prüfung kostet, und vielleicht zahlt auch dein Arbeitgeber nicht alles. In diesem Artikel schauen wir uns an, wie die Kosten für den Ada-Schein zusammengesetzt sind, welche Bandbreite es gibt und wie du sparen kannst.
Was kostet die Ada-Schein-Prüfung bei der IHK?
Die Prüfungsgebühr selbst, also nur die Gebühr für die Prüfung (schriftlich + praktisch) bei der IHK, liegt typischerweise zwischen 150 und 250 Euro. Das ist ein breiter Bereich, weil jede IHK ihre Gebühren selbst festlegt. Es gibt da keine bundeseinheitliche Gebühr.
Die Spanne ist beachtlich: Bei manchen IHKs (z.B. in Baden-Württemberg) kann die Gebühr um die 150 Euro liegen. Bei anderen (z.B. in Bayern) liegt sie eher bei 220 bis 250 Euro. Es gibt auch Kammern, die es noch billiger machen, und andere, die teurerer sind. Der Grund für diese Unterschiede ist, dass jede Kammer ihre eigene Kostenstruktur hat – Räumlichkeiten, Prüferpools, Verwaltungsaufwand variieren.
Dies ist aber nur der erste Posten. Die Gebühr für die reine Prüfung ist nicht die Gesamtkostenbelastung.
Prüfungsgebühren: Bandbreite und was sie beeinflusst
Ein wichtiger Punkt: Du zahlst für beide Prüfungen zusammen – schriftliche und praktische. Es ist nicht so, dass du 150 Euro für schriftlich und 150 Euro für praktisch zahlen musst. Es ist eine Gebühr für beide zusammen.
Aber: Wenn du die schriftliche Prüfung nicht bestehst und wiederholen musst, zahlst du erneut eine Gebühr – allerdings eine reduzierte. Die Wiederholungsgebühr liegt typischerweise bei 50 bis 100 Euro. Das ist günstiger als der erste Versuch, aber immer noch ein Kostenfaktor.
Die Gebühren unterliegen auch Preissteigerungen. Die IHKs erhöhen ihre Gebühren regelmäßig – etwa alle zwei bis drei Jahre. Was gestern 180 Euro kostete, kostet heute vielleicht 200 Euro. Das ist normal bei Behörden.
Was beeinflusst die Höhe der Gebühren? Hauptsächlich der administrative Aufwand: Wie viele Prüfungen führt die Kammer durch? Wie viele Prüfer müssen bezahlt werden? Wie teuer sind die Räumlichkeiten? Größere Kammern in Ballungsräumen mit hoher Prüfungsdichte können oft günstiger sein als kleine Kammern mit wenigen Prüfungen.
Ein weiterer Faktor: Ob die Prüfung bei der IHK stattfindet oder in deinem Betrieb. Wenn die Kammer zu dir kommt (für die praktische Prüfung), können die Kosten höher sein – Anfahrtskosten für die Prüfer. Manche Kammern berechnen das extra, manche nicht.
Was kostet darüber hinaus noch? (Kurs, Material, Anfahrt)
Die Prüfungsgebühr ist nur ein Teil des Gesamtkostenbildes. Hinzu kommen typischerweise weitere Kosten.
Kosten für einen Vorbereitungskurs: Wenn du einen Kurs besuchst (was die meisten Menschen tun), kostet das zwischen 300 und 1.000 Euro, je nach Format und Anbieter. Ein fünftägiger Intensivkurs kostet typischerweise 500 bis 800 Euro. Ein längeres Abendkursformat über drei bis vier Monate kostet oft 400 bis 700 Euro. Ein Online-Kurs kann etwas günstiger sein, etwa 300 bis 600 Euro. Es gibt auch sehr teure Kurse (über 1.000 Euro), die sind aber selten nötig – die billigen (<300 Euro) sind wiederum verdächtig, weil die Qualität leiden könnte.
Kosten für Lernmaterialien: Wenn du nicht bei einem Kurs dabei bist, brauchst du Lehrbücher und Prüfungsfrage-Sammlungen. Ein gutes Lehrbuch kostet etwa 30 bis 50 Euro. Prüfungsfrage-Sammlungen kosten 15 bis 30 Euro pro Buch. Wenn du mehrere Quellen brauchst, addiert sich das auf 60 bis 120 Euro. Online-Lernplattformen kosten oft 50 bis 150 Euro für einen Zugang. Insgesamt: Wenn du auf Selbstlernmaterial setzt, sind es etwa 100 bis 200 Euro.
Anfahrtskosten: Du musst zur Prüfung fahren. Das ist eine Einzelfahrt, also nicht zu hoch – aber zu zählen. Wenn du 50 km fahren musst, sind das vielleicht 15 Euro Benzin (oder Bahnticket). Wenn du aus einem anderen Bundesland anreisen musst (weil deine nächste IHK weit weg ist), können es auch 50 bis 100 Euro sein. Die meisten Menschen haben aber eine IHK im zumutbaren Umkreis.
Kosten für Vorbereitung auf die praktische Prüfung: Manche Menschen buchen zusätzlich noch ein Coaching oder ein Online-Seminar speziell zur praktischen Prüfung. Das kostet 50 bis 200 Euro. Das ist optional, aber für manche sinnvoll – besonders wenn sie wenig Unterrichtserfahrung haben.
Kosten für Wiederholungen: Wenn du nicht bestehst und wiederholen musst, zahlst du erneut – nicht die volle Gebühr, aber immerhin. Plus evtl. erneutes Lernmaterial und erneute Anfahrtskosten.
Insgesamt: Wenn du mit Kurs rechnest, sind das etwa 600 bis 1.200 Euro vom ersten Tag bis zur Urkunde. Wenn du dich selbst beibringst und gut organisierst, können es auch 250 bis 400 Euro sein. Die meisten Menschen liegen irgendwo in der Mitte – etwa 600 bis 900 Euro.
Wie unterscheiden sich die Kosten zwischen verschiedenen IHK-Bezirken?
Die Unterschiede sind real. Hier ein paar Beispiele (Stand 2024, kann sich ändern):
IHK Berlin: circa 180 Euro für die komplette Prüfung. IHK München: circa 220 Euro. IHK Köln: circa 210 Euro. IHK Hamburg: circa 195 Euro.
Aber: Diese Unterschiede sind relativ klein – wir reden von 40 bis 50 Euro Differenz. Das ist ärgerlich, wenn du an der teurer Kammer bist, aber es ist kein Grund, in einen anderen Bundesland zu prüfen.
Größer sind die Unterschiede bei den Kursen. In Ballungsräumen gibt es mehr Kursangebote, und es gibt Konkurrenz – die Preise sind oft niedriger. In ländlichen Gegenden gibt es vielleicht nur einen Anbieter, und der kann höhere Preise setzen.
Ein Beispiel: In Berlin gibt es vielleicht 20 verschiedene Kurse zum Ausbilderschein. Die Preise liegen zwischen 400 und 900 Euro. Du kannst wählen. In einer kleineren Stadt gibt es vielleicht nur zwei Angebote, beide um 750 Euro. Du hast weniger Wahlfreiheit und zahlst wahrscheinlich mehr.





