Wenn du dich auf die Ausbildereignungsprüfung vorbereiten möchtest, fragst du dich wahrscheinlich, ob du dich bei der IHK oder der HWK anmelden musst. Beide Kammern führen die Ada-Schein-Prüfung durch, aber es gibt Unterschiede in Zuständigkeit, Schwerpunkten und möglicherweise auch in der Prüfungsgestaltung. In diesem Artikel klären wir die Unterschiede.

IHK und HWK: Wer ist wofür zuständig?

Die IHK (Industrie- und Handelskammer) und die HWK (Handwerkskammer) sind zwei unabhängige Organisationen mit verschiedenen Zuständigkeitsbereichen. Die IHK ist verantwortlich für Industrie, Handel und Dienstleistungen. Dies umfasst Büroberufe, Kaufleute, Techniker, IT-Fachleute und viele andere Berufe in großen und mittleren Betrieben.

Die HWK ist verantwortlich für handwerkliche Berufe. Dies umfasst traditionelle Handwerke wie Maurer, Schreiner, Klempner, Friseur, Bäcker und viele andere. Handwerk ist in Deutschland in einer speziellen Liste (der Handwerkerolle) definiert. Wenn dein Beruf dort eingetragen ist, fällst du unter die HWK.

Es gibt allerdings auch Übergangsbereiche und sogenannte zulassungsfreie Handwerke. Ein zulassungsfreies Handwerk ist ein Handwerk, für das du keine spezielle Meisterausbildung brauchst, aber das von der HWK dennoch als Handwerk anerkannt wird. Auch in diesen Bereichen ist die HWK zuständig für die Ausbildereignungsprüfung.

Die Zuständigkeit ist wichtig, weil nur die zuständige Kammer die Prüfung durchführt. Du kannst dich nicht einfach bei der anderen Kammer anmelden. Daher ist es wichtig, dass du korrekt identifizierst, welche Kammer für deinen Beruf zuständig ist.

Welche Berufe fallen unter IHK, welche unter HWK?

Um dies zu klären, schauen wir auf konkrete Beispiele. Unter die IHK fallen beispielsweise Kauffrau im Einzelhandel, Industriekauffrau, Fachinformatiker, Bankkauffrau, Versicherungskauffrau, Fachlagerist und viele technische Berufe. Dies sind typischerweise Berufe in größeren Betrieben oder in der öffentlichen Verwaltung.

Unter die HWK fallen beispielsweise Maurer, Tischler, Elektriker (wenn im Handwerk tätig), Klempner, Bäcker, Metzger, Friseur, Florist und Schornsteinfeger. Dies sind traditionelle Handwerkberufe, die oft in kleineren Betrieben ausgeübt werden.

Es gibt aber auch Grenzfälle. Ein Elektriker kann beispielsweise unter die IHK fallen, wenn er in einer Industriefabrik arbeitet, oder unter die HWK, wenn er in einem Handwerksbetrieb arbeitet. Auch Metallberufe können entweder IHK oder HWK sein, je nachdem, welcher Schwerpunkt liegt.

Die beste Methode, um dies zu klären, ist, deine zuständige Kammer zu kontaktieren. Beide Kammern haben Websites und Beratungsstellen, wo du nachfragen kannst. Sie können dir schnell mitteilen, welche Kammer für deinen Beruf zuständig ist.

Gibt es inhaltliche Unterschiede in der Prüfung?

Die grundsätzliche Struktur der Prüfung ist bei IHK und HWK gleich. Beide folgen der AEVO und haben einen schriftlichen Teil (180 Minuten) und einen praktischen Teil (Unterweisungsprobe und Fachgespräch). Die vier Handlungsfelder sind gleich.

Aber es gibt Unterschiede in den Schwerpunkten und in der Ausgestaltung. Die HWK legt möglicherweise mehr Gewicht auf praktische Fertigkeiten und handwerkliche Techniken. Wenn du bei der HWK prüfst, kann es sein, dass die Unterweisungsprobe ein praktisches Projekt ist, wie das Anfertigen eines Objekts oder die Durchführung einer Reparatur.

Die IHK legt möglicherweise mehr Gewicht auf Theorie, kaufmännische Aspekte und IT-Fertigkeiten. Die Unterweisungsprobe kann bei der IHK eher eine Schulung zu einem theoretischen Konzept sein oder eine Einführung in ein Softwareprogramm.

Auch die schriftliche Prüfung kann unterschiedliche Schwerpunkte haben. Bei der HWK können mehr Fragen zu Sicherheit, Materialien und praktischen Prozessen kommen. Bei der IHK können mehr Fragen zu rechtlichen Aspekten, Kommunikation und Unternehmensstrukturen kommen.

Dies bedeutet aber nicht, dass eine Prüfung leichter oder schwerer ist. Beide Kammern haben das Ziel, kompetente Ausbilder zu zertifizieren. Die unterschiedlichen Schwerpunkte spiegeln einfach die unterschiedlichen Branchen wider.

Ist ein IHK-Ausbilderschein auch für HWK-Berufe gültig (und umgekehrt)?

Dies ist eine wichtige Frage für Menschen, die zwischen den Bereichen wechseln möchten. Die kurze Antwort ist: Nein, nicht automatisch, aber unter bestimmten Bedingungen.

Wenn du einen IHK-Ada-Schein hast und in einem HWK-Handwerk ausbilden möchtest, darfst du dies nicht einfach so. Du benötigst formal einen HWK-Ada-Schein. Dies ist gesetzlich geregelt: dein Ada-Schein muss von der Kammer ausgestellt sein, die für den Betrieb zuständig ist, in dem du ausbildest.

Es gibt aber Ausnahmen und Lösungen. Wenn du dich verwandter Handwerke ausbilden möchtest und beide Kammern zustimmen, kann es unter Umständen möglich sein, einen Schein ohne erneute Prüfung anerkennen zu lassen. Du solltest in diesem Fall mit beiden Kammern sprechen.

Eine andere Lösung ist, dass du einfach beide Prüfungen machst. Dies kostet zwar Zeit und Geld, aber gibt dir die Flexibilität, in beiden Bereichen ausbilden zu dürfen. Viele Ausbilder, die in Übergangsbereichen arbeiten, haben deshalb beide Zertifikate.

In der Praxis ist dies seltener relevant, da die meisten Menschen in ihrer angestammten Branche bleiben. Aber wenn du einen Jobwechsel planst, solltest du dies berücksichtigen und frühzeitig mit den Kammern klären.

Wie finde ich heraus, welche Kammer für mich zuständig ist?

Der erste Schritt ist, deinen Beruf zu identifizieren und dann zu klären, unter welche Kammer er fällt. Beide Kammern haben Websites, wo diese Information meist zugänglich ist. Suche nach „Berufe IHK" oder „Berufe HWK" und scrolle durch die Liste.

Wenn du unsicher bist, ruf einfach deine lokale IHK oder HWK an. Die Mitarbeiter dort können dir in wenigen Minuten sagen, welche Kammer zuständig ist. Dies ist kostenlos und ist eine ihrer Aufgaben.

Auch dein Arbeitgeber weiß meist, bei welcher Kammer er Auszubildende anmelden muss. Dies ist bei der Anmeldung eines Ausbildungsverhältnisses relevant. Du kannst also auch deinen Betrieb fragen.

Ein weiterer Hinweis ist, ob du oder deine Kollegen in einem typischen „Handwerksbetrieb" oder in einer typischen „Industrieunternehmung" arbeitet. Kleine, lokale Betriebe sind eher HWK, große oder spezialisierte Betriebe eher IHK. Dies ist aber nicht immer zuverlässig.

Wo melde ich mich an und bis wann?

Du meldest dich bei der Kammer an, die für deinen Beruf zuständig ist. Jede Kammer hat ein Anmeldungsformular, entweder online oder in Papierform. Manche Kammern ermöglichen Online-Anmeldung, andere nicht. Schau auf der Website deiner Kammer nach.

Die Anmeldungsfristen sind wichtig. Üblicherweise musst du dich sechs bis acht Wochen vor dem gewünschten Prüfungstermin anmelden. Dies ist unterschiedlich bei IHK und HWK. Manche Kammern haben häufigere Termine, andere weniger häufig.

Wenn du die Frist verpasst, musst du auf den nächsten Termin warten. Daher solltest du die Termine und Fristen proaktiv bei deiner Kammer erfragen und notieren.

Die Anmeldung ist kostenpflichtig. Die Gebühren liegen zwischen 150 und 350 Euro, je nach Kammer. Manche Kammern sind teurer als andere, und die Kosten können auch unterschiedlich sein, je nachdem, ob du nur schriftlich oder auch praktisch prüfen lässt.

Die Anmeldung ist der Beginn des Prozesses. Nach Anmeldung erhältst du meist eine Bestätigung und weitere Informationen. Du solltest diese gut aufbewahren und die Termine notieren.

FAQ

Kann ich mich bei beiden Kammern anmelden?

Nein, deine Zuständigkeit ist klar definiert. Du meldest dich bei der Kammer an, die für deinen Beruf zuständig ist. Es gibt keine Wahlmöglichkeit.

Wenn ich zwischen IHK und HWK wechsel, muss ich neu prüfen?

Wenn du den Beruf wechselst, ja. Wenn du aber im gleichen Betrieb bleibst und nur intern wechselst, kann es unter Umständen ohne neue Prüfung gehen. Klär dies mit den Kammern ab.

Sind die Kosten bei IHK und HWK gleich?

Nein, die Gebühren können unterschiedlich sein. Die IHK könnte teurer oder günstiger sein als die HWK deiner Region. Informiere dich konkret bei der Kammer.

Wie lange dauert die Bearbeitung der Anmeldung?

Üblicherweise dauert dies ein bis zwei Wochen. Du erhältst dann eine Bestätigung und Informationen zu Termin und Ort.

Was passiert, wenn ich den Termin nicht wahrnehmen kann?

Du kannst dich meist abmelden und zu einem anderen Termin anmelden. Es gibt aber Fristen, nach denen du die Gebühr nicht zurückbekommen kannst. Informiere dich bei deiner Kammer.

Fazit

Die IHK und HWK sind beide kompetente Prüfungsstellen für den Ada-Schein. Welche Kammer für dich zuständig ist, hängt von deinem Beruf ab. Die Struktur der Prüfung ist gleich, aber die Schwerpunkte können unterschiedlich sein. Der Ada-Schein, den du erhältst, ist unabhängig von der Kammer deutschlandweit anerkannt.

Der erste Schritt ist, deine zuständige Kammer zu identifizieren. Dies geschieht schnell durch ein Anruf oder durch die Website. Dann kannst du dich anmelden und mit der Vorbereitung beginnen. Mit gezielter Vorbereitung und realistischem Training kannst du die Prüfung erfolgreich absolvieren, egal, ob IHK oder HWK.

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