
Du spielst mit dem Gedanken, deinen Ausbilderschein zu machen, und fragst dich, wie du das finanzieren kannst? Eine häufige Frage ist, ob BAföG für den Ada-Schein infrage kommt. Die Antwort ist klarer als du vielleicht denkst: Reguläres BAföG unterstützt deine Ausbilderschein-Ausbildung nicht. Doch keine Sorge – es gibt bessere Optionen für dich.
Warum reguläres BAföG nicht für den Ada-Schein gilt
Das klassische Ausbildungs-BAföG (auch BAföG oder BAföG Berufsausbildungsbeihilfe genannt) ist an sehr enge Bedingungen geknüpft. Es unterstützt dich nur bei einer Erstausbildung, die anerkannt ist und unter die Berufsausbildungsbeihilfe fällt. Der Ada-Schein ist jedoch eine Zusatzqualifizierung, die auf einer bereits abgeschlossenen Berufsausbildung aufbaut. Das heißt, er zählt nicht als Erstausbildung und erfüllt daher nicht die Voraussetzungen für klassisches BAföG.
Hinzu kommt, dass der Ada-Schein private Institutionen anbieten können oder über Kammern vermittelt wird, was ebenfalls die BAföG-Berechtigung ausschließen kann. Du hast damit zwar keinen Anspruch auf klassisches BAföG, profitierst aber von anderen, oft besseren Fördermodellen, die speziell für Weiterbildungen wie deine konzipiert sind.
Aufstiegs-BAföG: Die richtige Förderung für deinen Ada-Schein
Das Aufstiegs-BAföG (AFBG), früher bekannt als Meister-BAföG, ist die perfekte Alternative für dich. Dieses Fördermodell wurde speziell für berufliche Aufstiegsfortbildungen entwickelt, und dein Ada-Schein fällt darunter. Mit dem Aufstiegs-BAföG bekommst du Unterstützung für Lehrgangs- und Prüfungsgebühren sowie für deinen Lebensunterhalt während der Fortbildungsphase.
Die Förderquoten sind großzügig: Der Staat übernimmt 50 Prozent der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren direkt. Du zahlst demnach nur die Hälfte aus deiner Tasche. Die restlichen 50 Prozent müssen über einen zinsgünstigen Darlehen finanziert werden, das du nach bestandener Prüfung zurückzahlst. Insgesamt kann die Förderung bis zu 15.200 Euro betragen, je nachdem wie hoch deine Ausbildungskosten sind.
Ein weiterer Vorteil: Wenn du die Prüfung erfolgreich bestehst, erlässt dir der Staat 50 Prozent des Darlehens. Das heißt, du brauchst tatsächlich deutlich weniger zurückzuzahlen, als du aufgenommen hast. Das Aufstiegs-BAföG ist also nicht nur eine Finanzierungshilfe, sondern eine echte Investition des Staates in deinen beruflichen Aufstieg.
Anforderungen und Anspruchsvoraussetzungen
Um Aufstiegs-BAföG für deinen Ada-Schein zu erhalten, musst du einige Kriterien erfüllen. Zunächst brauchst du eine abgeschlossene Berufsausbildung oder vergleichbare berufliche Erfahrung. Wenn du diese hast, bist du bereits näher dran, als du vielleicht denkst. Auch dein Einkommen und Vermögen spielen eine Rolle – die Fördergrenzen sind aber relativ großzügig gesetzt, sodass auch Menschen mit moderatem Einkommen unterstützt werden.
Wichtig ist außerdem, dass die Maßnahme, für die du Förderung beantragst, anerkannt ist. Der Ada-Schein wird von Kammern wie der IHK und Handwerkskammer angeboten und ist daher grundsätzlich förderbar. Wenn du allerdings an einem privaten Institut deine Ausbildung machst, muss dieses entsprechend zertifiziert sein. Am besten erkundigst du dich vorab bei der für deinen Bereich zuständigen Kammer oder dem Förderamt, ob deine geplante Ausbildung berechtigung gibt.
Der Antragsprozess: So holst du dir die Förderung
Der Antrag für Aufstiegs-BAföG läuft über dein Bundesland und wird beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung gestellt. Du brauchst verschiedene Unterlagen: deinen Ausbildungsvertrag oder die Anmeldung bei einer anerkannten Bildungseinrichtung, deinen Schulabschluss, Nachweise über deine bisherige Berufsausbildung und deine Einkommensverhältnisse. Je nach Bundesland gibt es online-Portale, über die du deinen Antrag einreichen kannst, oder du holst dir die Formulare beim zuständigen Amt.
Der Zeitaufwand für die Bearbeitung liegt typischerweise zwischen vier und zwölf Wochen. Deshalb solltest du deinen Antrag frühzeitig stellen, idealerweise bevor deine Maßnahme beginnt. So vermeidest du Finanzierungslücken und kannst beruhigt deine Ausbilderschein-Ausbildung starten. Viele Ämter haben auch Beratungsstellen, die dich bei Fragen unterstützen.





